Die Nützlichkeit der Einkaufsliste

Ostern hat uns eine Reihe von vier Feiertagen beschert. Viele von uns bemühten sich, diese willkommene Pause frei von Alltagspflichten wie Einkaufen zu halten. Am Gründonnerstag waren deshalb verstärkt Einkaufslisten im Einsatz  –  im Kopf, auf Papier oder als elektronische Varianten.

Die Einkaufsliste als solche, auch die schriftliche, bietet keine Garantie dafür, dass nach dem Einkauf alles Notwendige im Haus ist: Es kann passieren, dass man bereits beim Erstellen der Liste etwas vergessen hat, dass man beim Abarbeiten der Liste etwas übersieht, dass einige Artikel der Liste nicht vorrätig sind und die Suche nach Ersatzartikeln erfolglos bleibt.

Letzteres steckt auch oft dahinter, wenn Sie in einem Supermarkt jemanden telefonieren hören und sehen: Die Einkaufsliste wurde von jemand anderem geschrieben und diese Person muss in Zweifelsfällen gefragt werden, weil nur sie weiß, wozu die Einkäufe verwendet werden sollen: Wenn es keinen „frischen Spinat“ gibt, darf es dann auch Tiefkühl-Spinat sein? Oder wäre frischer Mangold die bessere Wahl? Ein weiteres Dilemma kann entstehen, wenn auf der Liste „1 l frische Milch“ steht, denn das Kühlregal bietet mehrere Varianten: Vollmilch, fettarme Milch, beides auch in der ESL-Version, was zusätzlich die Frage aufwirft, ob Milch mit längerer Haltbarkeit noch „frische Milch“ ist – und an dieser Stelle nicht vertieft und schon gar nicht geklärt wird.

Bei einer Einkaufsliste, die man für sich selbst schreibt, kommt es auf vorausschauende Planung und Sorgfalt an, Anpassungen und Veränderungen während des Einkaufens sind in diesem Fall ja kein Problem. Eine Einkaufsliste, nach der eine andere Person die Einkäufe erledigt, muss die Anforderung erfüllen, für diese Person ein optimales Hilfsmittel zu sein. Klare Vorgaben (nur frisches Brot, sonst keines), konkrete Hinweise (Sahne mit Haltbarkeit bis …) und Alternativen (Fleisch vom Huhn, von der Pute ist auch o.k.) müssen so formuliert sein, dass sie ohne Schwierigkeiten ausgeführt werden können. Kriterien, die einem selbstverständlich erscheinen (das darf höchstens 3.- € kosten), müssen anderen vermittelt werden. Das gelingt nur durch Empathie mit der Person, die einkauft. Wird eine Einkaufsliste für die Nachbarin, das eigene Kind oder den Ehemann geschrieben, muss sie durch Anmerkungen ergänzt werden, die für diese Person notwendig und hilfreich sind.

Denn: Erklärungsbedürftige Einkaufslisten sind nicht nützlich.

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