Empathie hilft

Eine Einkaufsliste, die ich meinem Mitbewohner für den WG-Einkauf in die Hand drücke, sieht anders aus als die Liste, mit der ich meine Tante zum Einkaufen schicke, die nach zehn Jahren für eine Woche zu Besuch ist. Der eine weiß ganz genau, was wir immer kaufen, die andere hat davon keine Ahnung. Dem einen reicht eine reine Aufzählung der fehlenden Dinge, während das Besorgen von „Brot, Butter, Käse, Wein“ für die Tante eine echte Herausforderung ist und Fehlkäufe oder „Flops“ vorprogrammiert sind. In dieser Situation hilft Empathie, und zwar auf beiden Seiten (ein Handy mitnehmen hilft auch, aber das ist ein anderes Thema):

  • Beim Schreiben der Einkaufsliste durch ergänzende Zusatzinformationen
    (italienischer Wein bis 10.- €)
  • Beim Einkaufen durch Phantasie und das Bemühen, sich in die Verbraucher der zu besorgenden Produkte zu versetzten und ihre möglichen Vorlieben zu erraten
    (zum Frühstück gab es Vollkornbrötchen, also wird auch ein Vollkornbrot gekauft)

Dabei kommt Empathie in der Variante der Perspektivenübernahme zum Einsatz, einer Technik bzw. Fähigkeit aus der Sozialpsychologie und dem Psychodrama, bei der man sich in die Rolle und Position eines anderen hineinversetzt und versucht, die Welt aus dessen Sicht zu sehen. Die gleiche Haltung beschreibt diese indianische Redensart „Urteile nie über einen anderen, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gegangen bist“.

Der letzte Absatz stammt aus dem Artikel über Empathie in Wikipedia, und bevor ich jetzt weiterzitiere, hier gleich der Link http://de.wikipedia.org/wiki/Empathie.

Empathie hilft also beim Schreiben und Umsetzen von Alltagsnotizen, aber auch ganz generell beim Schreiben und Texten: Was einer schreibt, soll ein anderer verstehen – klassische Anwendung der Fähigkeit, Interesse, Gedanken, Haltungen, Gefühle,  und Absichten eines anderen Menschen zu erkennen und zu verstehen.

Deshalb hilft Empathie auch beim Schreiben.

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